Was sind Kryptonit-Menschen?

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Kann man mit dem Kryptonit-Menschen leben?

Ja, man kann. Ganz klar. Aber man muss etwas dafür tun und es wird alles andere als leicht. Der erste Schritt ist Akzeptanz, dass es ihn gibt. Der zweite, sich die Gefühle bewusst zu machen. Es ist in Ordnung, dass man sie hat. Man muss sie nicht bekämpfen. Aber man muss sich auch nicht von ihnen besiegen lassen. Wenn man weiß, auf welche Situationen oder konkrete Dinge man reagiert, kann man sich sogar wappnen. Selbstverständlich gibt es auch noch den Verstand.

Der sagt, dass die Gefühlswellen zwar kommen, aber auch wieder gehen. Dass man einen Kryptonit-Menschen als einen Schatten ansehen kann, der mal groß und mal klein ist. Aber es ist trotzdem nur ein Schatten, der selbst gar nicht agieren kann. Man bestimmt immer noch selbst darüber, was das Wichtigste im eigenen Leben ist. Man kann dem Kryptonit-Menschen einen Platz im Leben zuordnen, der weit hinten steht. Genau das nimmt ihm seine übergroße Macht. ABER es ist nicht einfach.

Eine neue Beziehung trotz Kryptonit-Menschen

  • Wenn der Partner auch einen Kryptonit-Menschen hat, ist es einfacher. Jeder weiß, was der andere durchmacht. Man braucht keine großen Worte darüber zu verlieren. Man muss ihm auch nicht seine volle Bezeichnung gönnen. „Ach, der Krypto war mal wieder da“ – das reicht schon. Du kannst ihm auch einen Namen geben. „Mäxchen hat mal wieder vorbeigeschaut“. Das macht ihn beherrschbarer. Es ist auch gut, von ihm in der Vergangenheit zu reden. Also dann, wenn der Erinnerungs-Anfall vorbei ist. Man kann von ihm sprechen wie von einem penetranten kleinen Gesellen, der immer wieder kommt. Wer es fertigbringt, denkt an eine Art Maulwurf. Wirklich sehr niedlich und liebenswert, aber doch sehr lästig. Natürlich kostet das Kraft, es ist psychische Arbeit. Aber sich nur in die Gefühle hineinfallen lassen gilt nicht. Es hilft nicht weiter.
  • Hat der Partner keinen Kryptonit-Menschen, wird es schwieriger. Es besteht die Gefahr, dass er einen falschen Eindruck bekommt. Als wäre die andere Beziehung nicht beendet. Wer das Phänomen nicht kennt, kann es ja kaum verstehen. Es ist leicht gesagt, dass man in einer guten Beziehung über alles reden kann. Denn es gilt eine Balance zwischen Ehrlichkeit und Verletzung zu finden. An erster Stelle steht, die Erscheinungen sofort der Vergangenheit zuzuordnen. Man würde ja nicht wirklich mit dem Krypto-Menschen durchbrennen. Ein Partner kann akzeptieren, dass er nicht der Erste ist. Er kann nur nicht akzeptieren, dass er nicht der Einzige ist. Deshalb ist es wichtig, den Krypto-Menschen ins Reich der Schatten zu verweisen. Da gehört er hin. Denn man lebt im Hier und Jetzt, mit allen Vorzügen der neuen Partnerschaft. Natürlich kann man sagen, dass man gerade eine ganz intensive Erinnerung hatte. Aber man muss nicht in den Vordergrund stellen, um wen genau es sich handelt. Man kann von einem Déjà-vus reden. Der Partner soll auch nicht als Therapeut tätig werden. Deshalb gilt: Mit dem Partner so viel wie nötig darüber reden und so wenig wie möglich. Hilfreich ist es aber, mit einem Dritten zu reden. Einem guten Freund, einer guten Freundin oder einem Profi. Dem kann man erzählen, was alles so unangenehm ist mit dem Kryptonit-Menschen. Man kann sich klarmachen, was alles so angenehm ist mit dem neuen Partner. Denn der zählt. Sollte man der Versuchung des Vergleichs mal unterliegen, dann steht der Partner auf der Gewinnerseite.
  • Ist Dir schon mal in den Sinn gekommen, dass Du selbst ein Kryptonit für jemand anderes sein kannst? Ein Kryptonit-Mensch muss die Gefühle des anderen ja nicht erwidern. Wer weiß, wer heute noch von Dir träumt. Wollen wir hoffen, dass er – oder sie – in einer neuen Beziehung gut zurechtkommt!

 

 

 

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Über die / den Autor/in

Verena Günther-Gödde hat ihren Hang zum geschriebenen Wort in einer Buchhändlerlehre ausgelebt und dabei kaufmännische Grundkenntnisse erworben, ihre Leidenschaft für die deutsche Sprache in einem Germanistik-Studium umgesetzt und ihr gesellschaftspolitisches Interesse im Fach Soziologie mit Kenntnissen untermauert. Privat liebt sie ihren zweibeinigen Partner, ihren Partner auf vier Pfoten, Mutter Natur und Tiere.

1 Kommentar

  1. Danke für den Artikel,

    endlich weiß ich was bei mir los ist. Ich habe anscheinend so einen Kryptonit-Menschen aber wußte nicht, dass man sie so nennt und dass sie so wirken. Ich dachte immer, dass bei mir einfach was nicht stimm 🙁

    LG Michi