Warum man nicht im Handy des Partners schnüffeln sollte?

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Schnell mal einen Blick auf das Smartphone deines Partners werfen – das hat in so manch einer Beziehung schon zum Aus geführt. Denn häufig ist der Blick auf das Handy deines Partners nur eine weitere von vielen Eifersüchteleien oder du findest dort sogar Nachrichten von anderen Männern oder Frauen vor. Fakt ist: Wer in seiner Beziehung rundum glücklich ist, wird vermutlich nicht das Bedürfnis verspüren, im Handy des eigenen Partners zu schnüffeln. Was also tun, wenn diese Versuchung innerlich an dir nagt?

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Warum willst du einen Blick auf das Handy deines Partners werfen?

Ein Blick aber warum ist Dir der Blick auf das Handy so wichtig?Frauen und Männer verfolgen ähnliche Motive, wenn sie einen Blick auf das Smartphone ihres Partners werfen wollen. Neugierde spielt nur eine untergeordnete Rolle. Vor allem Misstrauen, Eifersucht und Kontrollzwänge führen dazu, dass du der Versuchung nicht widerstehen kannst. Auch Verlustängste können der Auslöser für das Durchschnüffeln des Handys deines Partners sein.

Diese vermeintlich niederen Emotionen zeigen an, dass entweder in deiner Partnerschaft etwas nicht stimmt oder es einen Mangel in dir gibt. Dabei kann es sich beispielsweise um einen Mangel an Selbstliebe oder Selbstvertrauen handeln, den du nun auf deinen Partner nach außen projizierst. Womöglich hat dir dein Partner in der Vergangenheit bereits Anlass zur Sorge gegeben, was zu deinem verstärkten Misstrauen geführt hat.

Vielleicht befindet sich deine Partnerschaft bereits auf dem absteigenden Ast. Du sehnst dir das Ende dieser Beziehung herbei, bringst es jedoch nicht über das Herz, mit deinem Partner Schluss zu machen. Also suchst du nach einer Möglichkeit, etwas zu tun, das dein Partner dir nicht verzeihen wird. Dann hat er oder sie endlich einen Grund, die Beziehung von seiner oder ihrer Seite aus zu beenden. So vielfältig deine Motivation für das Schnüffeln auch sein könnte, solch ein innerer Impuls sollte dich auf jeden Fall aufhorchen lassen.

Frauen dürfen schnüffeln, Männer nicht?

Es gibt Studien, die besagen, dass rund 75 Prozent der Frauen der Meinung sind, dass es vollkommen in Ordnung ist, einen Blick auf das Handy ihres Partners zu werfen. Männer hingegen hätten tunlichst die Finger von den Smartphones ihrer Partnerinnen zu lassen. Dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern ist mit logischen Argumenten nicht zu rechtfertigen.

Fest steht schließlich, dass du durch die ungefragten Einblicke in das Smartphone deines Partners tiefer in dessen Innenleben und Privatsphäre eindringst, als er oder sie es dir gestattet hat. Ob ein Mann oder eine Frau sich seinem oder ihrem Partner gegenüber derart verhält, spielt keine Rolle. Denn die Beziehung wird mit großer Wahrscheinlichkeit Schaden nehmen.

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Warum deine Beziehung zu Schaden kommen wird

Selbst wenn du dabei nicht sofort erwischt wirst, tust du dir, deinem Partner und der Beziehung keinen Gefallen damit, wenn du ungefragt im Handy deines Lebenspartners schnüffelst. Denn diese Handlung zeugt von der folgenden Einstellung:

  1. Dein Bedürfnis ist in diesem Moment wichtiger als die Privatsphäre deines Partners
  2. Es ist in Ordnung, deinem Partner etwas zu verheimlichen, wenn es zu deinem Nutzen ist
  3. Probleme in deiner Partnerschaft gehst du nicht aktiv gemeinsam an, sondern greifst in aller Stille allein zu drastischen Maßnahmen
  4. Du untergräbst die Autonomie deines Partners und nimmst dir etwas, was nicht dir gehört
  5. Du respektierst deinen Partner nicht

Viele Menschen, die das Handy ihres Partners für einen kurzen Augenblick durchschnüffelt haben, haben ein unglaublich schlechtes Gewissen. Das gilt vor allem dann, wenn die Ängste und Sorgen unbegründet waren und du im Handy deines Partners keine belastenden Nachrichten oder Fotos finden konntest. In solch einer Situation hast du die Wahl, ob du deinem Partner erzählst, was du getan hast, oder es für dich behältst.

Ersteres ist mit einem gewissen Risiko verbunden, dass dir dein Partner nicht verzeihen wird. Allerdings kannst du nur so den Grundstein für eine vertrauensvolle, wertschätzende Zukunft miteinander schaffen. Denn obwohl du in die Privatsphäre deines Partners eingedrungen bist, zeugt es von Wertschätzung und Respekt ihm oder ihr deinen Fehltritt anschließend zu beichten.

Damit gibst du deinem Partner ein Stück Autonomie zurück, welches du ihm oder ihr zuvor genommen hast. Wenn du zum Beispiel in dem Handy deines Partners schnüffelst und dabei erwischt wirst oder auffliegst, weil du dich über geheime Informationen aus dem Handy verplapperst, nimmst du deinem Partner damit seine Autonomie. Es wird eine Art Abhängigkeit kreiert, bei der dein Partner nun gar nicht anders kann, als zunächst einmal extrem wütend auf dich zu sein.

Wenn du deinen Fehltritt hingegen beichtest und dies aus Respekt zu deinem Partner tust, so stehen deinem Partner vielmehr Reaktionsmöglichkeiten offen. Er oder sie mag zwar immer noch sauer sein. Allerdings schaffst du mit solch einer Beichte auch Raum für eine gemeinsame Problemlösung, die eure Beziehung nachhaltig stärken kann. Dann nimmt deine Beziehung nur für den Moment Schaden und ihr geht aus dieser Krise mit neuer Kraft als Paar hervor.

Sofern du diesen Weg nicht einschlägst und vielleicht sogar mehrfach im Handy deines Partners schnüffelst, bewegst du dich hingegen immer näher auf das Ende deiner Beziehung zu. Falls du und dein Partner trotz aller Probleme zusammenbleiben, so rückt eine glückliche Partnerschaft angesichts solcher Eskapaden in immer weitere Ferne.

Wer erst einmal die Privatsphäre des anderen missachtet hat, der wird dem eigenen Partner wahrscheinlich auch in anderen Situationen mit diesem mangelnden Respekt und wenig Wertschätzung begegnen. Doch genau diese Zutaten braucht es für glückliche, erfüllte zwischenmenschliche Beziehungen.

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Du riskierst das Aus deiner Beziehung

Das Schnüffeln ist eine Beziehung nicht wert!
Wie wenig wertschätzend du deinem Partner begegnest, wenn du sein oder ihr Handy durchschnüffelst, sollte der Hauptgrund dafür sein, dass du die Finger von dem Smartphone deines Partners lässt. Außerdem sollte dir klar sein, dass dieser Vertrauensmissbrauch schnell das Aus einer Beziehung bedeuten kann.

Du setzt alles aufs Spiel, falls dich dein Partner beim Schnüffeln erwischen sollte. Entweder ist die Beziehung sofort vorbei oder sie wird nie mehr so schön, wie sie es in der Vergangenheit einmal war. Du kannst also fast nur verlieren. Selbst dann, wenn deine Sorgen begründet waren und du belastende Daten im Handy deines Partners gefunden hast, hast du nicht gewonnen. Nun kannst du die Beziehung zwar endlich mit Gewissheit beenden. Allerdings bleibt der bittere Beigeschmack, dass du dazu zunächst gegen die Autonomie und die Privatsphäre eines anderen Menschen verstoßen musstet.

Tipps, um der Versuchung zu widerstehen

Du bist einen Moment lang unbeobachtet und dein Partner hat sein Handy offen liegen lassen. Dies wäre der ideale Moment, einmal nachzuschauen, was sich so in den Chat-Verläufen deines Liebsten versteckt. Du weißt, dass du mindestens ein paar Minuten oder vielleicht sogar eine halbe Stunde Zeit hast, bis dein Partner zu seinem Mobiltelefon zurückkehrt.

So groß die Versuchung auch sein mag, eigentlich findest du es moralisch verwerflich, das Handy deines Partners auszuspionieren. Wie schaffst du es also, stark zu bleiben und in solch einer Situation nicht zum Handy zu greifen? Diese Tipps sollen dir helfen, derartige Fehltritte zu vermeiden.

  1. Suche dir eine andere Beschäftigung oder tue dir etwas Gutes

Um nicht fast schon blind zum Handy deines Partners zu greifen, gilt es zunächst, dir dein Unrechtsbewusstsein ins Gedächtnis zu rufen. Am besten führst du dir innerlich vor Augen, wie du dich fühlen würdest, wenn dein Partner sich einfach ungefragt an deinem Handy zu schaffen machen würde. Welche Konsequenzen würde dies für eure Beziehung haben? Würdest du deinem Partner diesen Vertrauensbruch verzeihen oder könnte dies das Ende bedeuten?

Wenn die Versuchung dich fast schon zu übermannen scheint, atmest du am besten tief durch und gönnst dir einen Moment Ruhe. Nachdem du kurz in dich gegangen bist, kannst du eine Liste mit den negativen Konsequenzen des Schnüffelns machen. Hast du solch eine Liste bereits in der Vergangenheit erstellt, so lohnt es sich, an dieser Stelle erneut einen Blick darauf zu werfen.

Dabei solltest du nicht zu lange an dein schlechtes Gewissen appellieren. Immerhin gibt es einen Grund oder eine Unsicherheit in dir, die dazu führt, dass du überhaupt mit dem Gedanken spielst, in dem Handy deines Partners zu schnüffeln. Im nächsten Schritt gilt es daher, dir etwas Gutes zu tun. Trotz deiner innerlichen Ängste, Zwänge oder Eifersüchteleien bist du stark geblieben und hast nicht zum Handy gegriffen. Du hast dir eine Belohnung verdient. Diese Belohnung könnte wie folgt aussehen:

  • Du kochst dir ein leckeres Essen
  • Du gönnst dir ein Glas Wein
  • Du kaufst dir eine Kleinigkeit, die schon länger auf deiner Wunschliste steht
  • Du nimmst ein heißes Bad
  • Du buchst dir eine Massage
  • Du gehst ins Kino oder Restaurant

Ob du dich nun mit Freunden triffst, eine Runde joggen gehst oder endlich einen Film schaust, den du schon länger sehen wolltest, die Aktivität, für die du dich entscheidest, sollte sich auf jeden Fall positiv auf dein Gemüt auswirken. Lästige Alltagsaufgaben können jetzt warten. Dein Wohlergehen rückt erst einmal in den Vordergrund.

  1. Spiele mit offenen Karten

Auch wenn es dir alles andere als leicht fallen dürfte: Mit deinem Partner spielst du besser mit offenen Karten. Dass du beinahe sein oder ihr Handy durchschnüffelt hättest, musst du deinem Partner selbstverständlich nicht erzählen. Vielmehr geht es darum, die Risse in eurer Beziehung zu kitten. Es hat schließlich einen Grund, warum du am liebsten im Handy deines Partners nach Informationen suchen würdest.

Fühlst du dich nicht schön und begehrlich genug für deinen Partner? Vermutest du, dass er oder sie eine Affäre hat? Das Ziel ist es, mehr schöne Momente mit deinem Partner zu schaffen, damit ihr wieder über eine ausreichend solide Basis verfügt, sodass eure Beziehung auch Krisengespräche aushalten kann.

Anstatt im Handy des Mannes oder der Frau an deiner Seite zu schnüffeln, kannst du diesen Moment der potentiellen Schwäche zu deinem Vorteil nutzen. Sammle Ideen, wie sich eure Beziehung verbessern könnte. Diese kannst du deinem Partner später vortragen und ihn oder sie darum bitten, weitere Ideen beizusteuern.

  1. Sorge für mehr Fülle in deinem Leben jenseits deiner Partnerschaft

Ein Grund, warum du das Handy deines Partners durchschnüffeln willst, könnte sein, dass du dich zu stark auf deinen Partner konzentriert und dein Leben jenseits deiner Liebesbeziehung vernachlässigt hast. Dies führt womöglich zu umso größeren Ängsten, dass dein Partner irgendwann weg sein könnte. Dann wärst du ganz allein, sofern sich dein Sozialleben vor allem auf deinen Partner konzentriert hat.

Dir neue Hobbys und Herausforderungen fernab von deiner Partnerschaft zu suchen, kann dein Leben ungemein bereichern. So nimmst du den Schlüssel zu deinem Glück wieder selbst in die Hand. Je mehr Zufriedenheit du aus deinem übrigen Leben ziehst, desto besser lassen sich kleinere Rückschläge in deiner Partnerschaft verkraften.

  1. Frage dich, was für ein Mensch du sein willst

Indem du in dem Handy deines Partners schnüffelst, ordnest du dich in eine bestimmte Gruppe von Menschen ein. Dazu gehören Personen, die ihre Bedürfnisse vor die Grenzen der Persönlichkeitsrechte ihres Partners stellen. Jeder Mensch hat es verdient, dass seine Privatsphäre geschützt wird. Auch wenn du ein wichtiger Teil des Privatlebens deines Partners bist, gibt dir das nicht das Recht, alles von deinem Partner zu wissen.

Wenn du ein wertschätzender Mensch sein möchtest, der anderen Menschen mit einem gebührenden Maß an Respekt begegnet, wirst du demnach Abstand davon nehmen wollen, das Handy deines Partners zu durchschnüffeln. Dabei handelt es sich um eine innere Einstellung, die nicht immer ganz so leicht zu praktizieren ist.

Jemandem wertschätzend zu begegnen, wenn er es dir gegenüber nicht tut, verlangt dir viel innere Stärke ab. Je öfter du jedoch genau so handelst, desto mehr Stärke baut sich in dir auf. Dann weißt du, dass du deinen Prinzipien und deinem Selbstbild von einem wertschätzenden Miteinander trotz aller Herausforderungen treu geblieben ist.

  1. Suche dir einen Coach oder Therapeuten

Vielleicht bist du von deiner romantischen Vergangenheit derart gebrandmarkt, dass du gar nicht mehr weißt, wo oben und unten ist. Dir fällt es daher schwer, die Gegenwart von der Vergangenheit zu trennen. Das führt immer häufiger dazu, dass du versucht bist, doch einen Blick auf das Handy deines Partners zu werfen.

Wenn du gegen diesen Impuls schlichtweg nicht allein ankommst, tust du gut daran, die professionelle Hilfe eines Coachs oder Therapeuten für dich in Anspruch zu nehmen. Es gibt ein Bedürfnis in dir, welches sich derart stark in den Vordergrund drückt, dass du von dieser Arbeit an dir selbst nur profitieren kannst.

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Wie könnt ihr das Vertrauen in eure Beziehung stärken?

Vertrauen ist die Basis einer BeziehungOb ein Partner bereits im Handy des anderen geschnüffelt hat oder du deinem Partner gestanden hast, dass du zumindest versucht warst, dies zu tun: Sofern ihr euch gegenseitig blind vertraut, sollte es zu solchen Problemen gar nicht erst kommen. Das Vertrauen in euch und eure Beziehung zu stärken, ist daher der Schlüssel, um derartige Eskapaden zu umgehen und eurer Liebe sehr gute Zukunftschancen zu verleihen.

Wer sich in einer vergangenen Beziehung ein gewisses Misstrauen angeeignet hat, braucht womöglich professionelle Hilfe, um diese Gefühle nicht auf die aktuelle Partnerschaft zu übertragen. Zumindest solltest du mit deinem jetzigen Partner mit offenen Karten spielen und ihm oder ihr von deiner alles andere als vertrauensvollen Beziehung erzählen. Dann kann dein Partner deine Unsicherheiten und deinen Wunsch nach mehr Kontrolle besser einordnen und mit dir an einem Strang ziehen.

Dabei ist es sinnvoll, wenn jeder Partner eine Liste anfertigt, was er oder sie braucht, um Vertrauen zu einer anderen Person zu entwickeln. Sicherlich spielt der Faktor Zeit in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Doch es gibt durchaus konkrete Handlungen und Absprachen wie die nachfolgenden, die zu einer vertrauensvolleren Partnerschaft führen können:

  1. Gemeinsam Regeln festlegen, was erlaubt ist und was nicht – besonders in Bezug auf Kontakt mit dem Ex sowie dem anderen oder dem gleichen Geschlecht abhängig von deiner sexuellen Orientierung
  2. Auf Worte Taten folgen lassen
  3. Verbindlichkeiten schaffen – wenn dein Partner etwas verspricht, tut er es auch oder meldet sich zumindest ab/ sorgt für einen Ersatz
  4. Jederzeit einen wertschätzenden Umgang miteinander anstreben, was auch bedeuten kann, dann ehrlich zu sein, wenn es wehtut
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Über die / den Autor/in

Loveee

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