Heute ist es einfacher denn je, einen Seitensprung zu erleben. Überall lauern Anzeigen und Apps mit ihren sinnlichen Versprechen: Einmal die eigenen Fantasien hemmungslos ausleben, Sex mit anderen Personen genießen, aufregende Dates erleben und aus dem Alltag ausbrechen. Aber was genau ist ein Seitensprung, was sollte man dabei beachten und gibt es vielleicht Alternativen? Wir erklären alles rund ums Thema Fremdgehen!

Seitensprung, Affäre, Fremdgehen: Die wichtigsten Begriffe

Grundsätzlich gibt es zwischen den verschiedenen Arten des Fremdgehens keine wirklich essenziellen Unterschiede. Seitensprung und Fremdgehen bezeichnen genau das selbe – eine einmalige oder zumindest zeitlich begrenzte sexuelle Begegnung mit jemand anderem als dem festen Partner. Eine Affäre ist meistens die etwas länger andauernde Variante davon, sozusagen eine geheime Zweitbeziehung.

Affäre - Seitensprung

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Wo genau der Seitensprung beginnt, ist immer auch eine persönliche Frage. Für manche ist es schon ein Vertrauensbruch, mit anderen Personen zu flirten. Andere wiederum fangen erst beim Fremdküssen oder sogar erst beim Sex mit anderen Personen an, sich betrogen zu fühlen. Meist ist der Seitensprung nämlich ein Vertrauensbruch zwischen zwei Partnern. Nur in den wenigsten offenen Beziehungen bezeichnet man den Sex mit einer dritten Person wirklich als Fremdgehen. Hier kommt es vor allem auf die Umstände und die Regeln der Beziehung an.

Warum gehen manche Menschen fremd?

Es gibt zahlreiche Gründe, einen Seitensprung zu wagen. Wir haben ein paar Gründe gesammelt, die immer wieder genannt werden:

  • In dem meisten Fällen ist es wohl der Reiz und Drang nach Sex mit einem neuen Menschen. Dies tritt vor allem bei mehrjährigen Partnerschaften auf, wenn die Phase von frisch verliebt und der rosaroten Brille vorbei ist und der Alltag schon lange Einzug gehalten hat.
  • Ein Grund für den Seitensprung ist wahrscheinlich die Neugier. Manche Menschen wollen einfach nicht darauf verzichten, auch einmal mit anderen Personen Sex zu haben oder neue, sexuelle Erlebnisse zu machen.
  • Langeweile und Probleme in einer Beziehung können zum Fremdgehen führen. Die Verliebtheit und Leidenschaft vom Anfang ist verschwunden, die Routine hat Einzug gehalten und es gibt schon wegen Kleinigkeiten immer wieder Streit – der ideale Nährboden für den Gedanken an einen Seitensprung!
  • Im Alltag hat richtig guter Sex selten einen Platz. Eine außergewöhnliche, lustvolle Erfahrung ist also für viele Personen ein echtes Highlight, dem sie nicht widerstehen können.
  • Wilde Sexfantasien bleiben beim Partner oft unerfüllt – man traut sich einfach nicht, über seine geheimsten Vorlieben zu sprechen. Stattdessen lebt man seine Fetische bei einem Seitensprung aus – hemmungslos und ohne Angst vor Verurteilungen.
  • Alkohol, gute Stimmung, wilde Partys – da ist Kontrollverlust vorprogrammiert. Und der endet eben gelegentlich in den Armen eines anderen Sexpartners.
  • Vor einiger Zeit gab es Studien über ein sogenanntes “Fremdgeh-Gen”, das den Trieb zur Untreue beweisen sollte. Aber es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass dieses Gen wirklich existiert.

Die Gründe fürs Fremdgehen präsentieren sich ganz unterschiedlich. Aber egal, ob es ein Defizit in der Beziehung gibt oder man selbst immer wieder mit dem Kontrollverlust kämpft, Fremdgehen ist keine Lösung für wahre Probleme. Wer weiß, weswegen er eigentlich fremdgeht, der kann an diesen Gründen arbeiten – im Idealfall natürlich gemeinsam mit seinem Partner.

Den perfekten Partner für einen Seitensprung finden

Don’t fuck the company! Arbeitskollegen sind die denkbar schlechtesten Partner für einen Seitensprung. Natürlich ist es auf einer Weihnachtsfeier schnell passiert. Aber Bürotratsch breitet sich rasant aus und erreicht so auch schon bald die Ohren des Partners. Außerdem macht das die Zusammenarbeit sehr unangenehm, wenn man sich am nächsten Tag am Schreibtisch wiedersieht.

Seitensprung - Fremdgehen

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Auch Freunde und Bekannte sind keine guten Geliebten – ganz besonders, wenn es gemeinsame Freundschaften sind. Zum einen sorgt das für Interessenkonflikte bei allen Parteien, zum anderen ist auch hier die Gefahr für ein versehentliches Outing viel zu hoch.

Die beste Lösung für einen Seitensprung ist daher definitiv die Zufallsbekanntschaft auf einer Party oder die sexy Unbekannte aus dem Internet. Denn hier lassen sich die wenigsten Verbindungen zum Alltag ziehen und es besteht die geringste Gefahr, erwischt zu werden. Außerdem gibt es zahllose Plattformen im Netz, bei denen man sich einfach, schnell und unkompliziert einen heißen Partner suchen kann.

Die 7 Grundregeln für Seitensprünge

  1. Immer verhüten! Natürlich alleine schon aus Eigeninteresse, aber wenn noch ein unbeteiligter, unwissender Partner dabei ist, hat man auch eine gewisse Verantwortung.
  2. Die Affäre soll ein Geheimnis bleiben? Dann sollte man auch nicht darüber reden – egal, wie sehr man damit angeben will.
  3. Eine geheime Zweitbeziehung geht auf Dauer nie wirklich gut – irgendjemand leidet immer darunter. Deswegen sollte man so schnell wie möglich eine wahre Lösung für die Bedürfnisse aller Parteien finden.
  4. Kein fremder Sex im Ehebett! Zum einen hinterlässt das so gut wie immer verräterische Spuren, zum anderen ist das eine weitere Stufe in Sachen Vertrauensbruch.
  5. Auch digitale Spuren sind Spuren. Wer Tinder installiert hat, sollte sich nicht wundern, wenn der Partner das beim Griff zum Smartphone merkwürdig findet.
  6. Es ist Arbeit, ein Geheimnis auch wirklich geheim zu halten. Es kommt auf Kleinigkeiten an – Rechnungen in bar bezahlen, sich nicht mit der Geliebten im Auto blitzen lassen, keine Knutschflecke hinterlassen…
  7. Ein Seitensprung ist keine Lösung für Probleme. Klar, er gibt den kurzzeitigen, sexuellen Kick, aber damit lassen sich keine Konflikte in der Beziehung lösen – im Gegenteil.

Soll ich meinem Partner den Seitensprung beichten?

Offenheit in einer Beziehung ist unfassbar wichtig und Basis für das Vertrauen. Ein Seitensprung ist daher für viele ein schreckliches Vergehen und verursacht seelischen Kummer beim Betrogenen. Deswegen fragen sich viele Fremdgeher, ob sie dieses kleine Geheimnis lieber für sich behalten sollen.

Das kommt ganz klar auf die Umstände an. Ist der Partner halbwegs offen und die Beziehung noch nicht am Rande der Trennung, sollte man über seinen Schatten springen und die Wahrheit sagen – besonders, wenn der Partner sowieso schon etwas ahnt. Vielleicht ist das der perfekte Anlass, um über Probleme in der Beziehung zu sprechen?

Wer allerdings den Eindruck hat, dass der Partner es nicht verkraften würde, mit der Wahrheit über das Fremdgehen konfrontiert zu werden, der sollte wirklich lieber versuchen, den Fehltritt geheim zu halten. Trotzdem kann ein offenes Gespräch über die Defizite in der Partnerschaft hier Wunder wirken.

Unter Umständen sollte man auch die Möglichkeit auf eine offene Beziehung in Betracht ziehen. Diese Möglichkeit sollte jedoch nicht als Freifahrtschein für Seitensprünge angesehen werden.