Petting: Zärtlichkeit zu zweit

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Petting wird von vielen als die Vorstufe zum Sex gesehen. Zärtliche Berührungen, sanfte Küsse oder spielerische Experimente: Alle sexuellen Handlungen abseits vom Geschlechtsverkehr gehören zum Petting. Wir erklären die Basics des Pettings und geben Tipps für die leidenschaftlichen Zärtlichkeiten für Anfänger und Fortgeschrittene.

Petting: Sex ohne Geschlechtsverkehr

Petting umfasst alle sexuellen Handlungen zwischen zwei Personen, die nicht im Vaginal- oder Analsex münden. Küssen, streicheln, lecken, blasen: All das zählt zum Petting. Allerdings ist die Grenze zwischen “Sex” und “Petting” fließend und sehr individuell. Für manche zählt erst das Eindringen mit dem Penis in die Vagina als “richtiger” Sex, für andere wiederum ist schon Oralverkehr kein Petting mehr.

In der Regel wird der Begriff vor allem benutzt, um die ersten Erfahrungen mit Zärtlichkeiten im Teenageralter zu beschreiben. Der Begriff “Petting” stammt aus dem Englischen und bedeutet eigentlich nur “streicheln” oder “liebkosen”. Aber mit der Zeit hat es sich zu einer ganz eigenen sexuellen Disziplin gewandelt.

Das Petting ist ein sinnliches Vorspiel, bei dem es natürlich auch bei einem oder beiden der Partner zum Orgasmus kommen kann. Als Vorstufe zum Sex kommt man sich näher, lernt den eigenen Körper und den des Partners besser kennen und genießt einfach den intensiven Körperkontakt. Es gibt verschiedene Formen und Stufen des Pettings von zarten Berührungen über der Kleidung bis hin zum heißen Oralsex.

Blümchensex und Heavy Petting: Die Unterschiede im Überblick

  1. Softpetting ist die ganz sanfte Stufe, bei der beide Partner voll bekleidet sind. Lange, zärtliche Küsse und Berührungen auf der Kleidung gehören hier zum Programm.
  2. Beim Mediumpetting geht es unter schon die Kleidung. Man erforscht den Körper des anderen und wagt sich vielleicht schon an die erogenen Zonen heran.
  3. Heavy Petting ist dagegen schon fortgeschritten und umfasst alle möglichen Praktiken abseits vom Geschlechtsverkehr. Hier sind beide Partner nackt und verwöhnen sich gegenseitig mit den Fingern, den Händen oder der Zunge.

Welche Berührungen fühlen sich beim Petting gut an?

Die sogenannten erogenen Zonen sind der Star beim Petting. Der Körper ist an diesen Stellen besonders empfindsam und reagiert auf Streicheleinheiten besonders lustvoll. Daher liegt der Fokus meist auf diesen ganz besonderen Stellen. Aber jeder Körper ist anders! Deswegen sollte man mit Neugier, Lust und Fantasie auf Entdeckungstour gehen. Was gefällt dem Partner besonders gut? Nicht jede erogene Zone ist bei jeder Person gleich empfindlich und manche finden allzu intensive Berührungen an diesen Stellen sogar unangenehm. Da hilft nur: Ausprobieren und Kommunizieren!

Generell gibt es ein paar besonders prickelnde Stellen am Körper, die häufig zu den erogenen Zonen zählen. So ist zum Beispiel der Nacken sehr empfindsam. Aber auch der Bereich zwischen Hals und Ohrläppchen eignet sich besonders gut für zarte Küsse. Die Brustwarzen sind bei Männern und Frauen gleichsam absolute Erotik-Hotspots. Allerdings sind hier auch sehr viele Personen sehr empfindlich. Deswegen sollte man hier sehr sanft beginnen und sich vorsichtig an die optimale Intensität herantasten.

Wer etwas weiter gehen will, der findet auch unterhalb der Gürtellinie zahlreiche erogene Zonen. Die Innenseite der Oberschenkel zum Beispiel ist für viele Frauen und Männer eine sehr empfindliche und erotische Zone. Beim Petting kann man sich hier ruhig Zeit lassen und jeder einzelnen Stelle besonders viel Aufmerksamkeit schenken.

10 Tipps für sinnliches Petting

  1. Die Atmosphäre ist beim Petting sehr wichtig! Gerade bei den ersten erotischen Erlebnissen sollte man sich ganz fallen lassen können. Dabei helfen eine angenehme Raumtemperatur, vielleicht auch eine Duftkerze und natürlich die Sicherheit, beim Petting nicht gestört zu werden.
  2. Petting sollte für beide schön sein. Damit man sich ganz auf die Zärtlichkeiten konzentrieren kann, sollte man sich nicht gleichzeitig streicheln, sondern sich mit den zarten Berührungen abwechseln.
  3. Wer sich unsicher ist, ob die Zärtlichkeiten beim Partner ankommen, der sollte auf die Reaktionen achten. Leises Stöhnen, schweres Atmen und das Entgegenstrecken des Körpers sind gute Zeichen dafür, dass man auf der richtigen Spur ist.
  4. Oder man fragt seinen Partner einfach, was ihm oder ihr gefällt. Schließlich muss man beim Petting nicht stumm nebeneinander liegen, sondern kann und darf sich austauschen und den Partner sanft in die richtige Richtung leiten.
  5. Alles kann, nichts muss! Natürlich kann sich Heavy Petting schnell zum Sex entwickeln. Und wenn beide Partner das wollen, ist das auch vollkommen in Ordnung. Aber wenn die Berührungen einem Partner zu weit gehen, dann muss das auf jeden Fall respektiert werden!
  6. Nicht zu stürmisch! Beim Petting geht es nicht darum, möglichst schnell zum Orgasmus zu kommen, sondern sanft und langsam den Körper des Anderen zu erfahren und gemeinsam eine schöne Zeit zu haben.
  7. Schnell, langsam, zart oder hart: Jeder hat beim Petting andere Vorlieben. Diese findet man am besten heraus, indem man einfach gemeinsam experimentiert.
  8. Das gegenseitige Ausziehen weckt die Lust! Zärtliche Küsse auf jede frisch entblößte Stelle zum Beispiel sind ein guter Weg zu noch mehr Gänsehaut.
  9. Verhütung ist auch beim Petting enorm wichtig! Denn sobald Samenflüssigkeit in die Scheide gelangt, kann es zur Schwangerschaft kommen. Und das ist beim Petting durchaus möglich – schließlich enthält schon der sogenannte “Lusttropfen” vor dem männlichen Orgasmus Spermien.
  10. Man sollte sich auch beim Petting zu nichts zwingen lassen! Wer keine Lust auf Berührungen oder Streicheleinheiten hat, der muss sich zu nichts zwingen – schließlich soll das Petting beiden Partnern Spaß machen!

Zärtlichkeiten für Fortgeschrittene: Petting als Vorspiel zum Sex

Irgendwann ist man mit seinem Partner an dem Punkt, an dem man den anderen Körper fast so gut kennt wie den eigenen und das Petting vor dem Sex einfach übersprungen wird. Das ist allerdings sehr schade. Denn egal, ob man es nun als Petting oder Vorspiel bezeichnet, die Streicheleinheiten vor dem Sex sind sehr wichtig. Besonders für Frauen ist ausgedehntes Petting eine gute Möglichkeit, in die richtige Stimmung zu kommen. Studien zeigen, dass ein langes Vorspiel den weiblichen Orgasmus begünstigt.

Wie wäre es daher mal wieder mit einer ausgiebigen Kuschelparty? Man nimmt sich im Alltag viel zu wenig Zeit für Zärtlichkeit. Daher kann man sich und den Partner beim Petting einmal neu entdecken. Oder man verzichtet einmal bewusst nach dem Vorspiel auf den Geschlechtsverkehr und bringt sich gegenseitig ganz ohne Penetration zum Orgasmus.

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About Author

Carolin Kresse

Weibliche Lust ist für sie das wichtigste Thema ihrer Arbeit. Eine erfüllende Partnerschaft macht das Leben einfach schöner - und dazu gehören eine offene, liebevolle Kommunikation, viel Mühe auf beiden Seiten und ein befreiter Umgang mit der eigenen Sexualität.

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