Der Orgasmus: Alles für den Höhepunkt

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Der absolute Höhepunkt beim Sex: Der Orgasmus gibt der schönsten Nebensache der Welt erst ihren ganz besonderen Reiz. Ob alleine oder mit dem Partner, es ist immer ein Erlebnis, zum Höhepunkt zu kommen. Wir erklären die körperlichen und sexuellen Grundlagen des Orgasmus und geben Tipps, um das Prickeln noch intensiver zu machen.

Was ist ein Orgasmus?

Orgasmus, Höhepunkt, Klimax, der kleine Tod: Es gibt viele Begriffe für das absolute Maximum der Lust. Körperlich ist es eigentlich nichts anderes als rhythmische Muskelkontraktionen im Unterleib – aber das Gefühl davon ist einfach himmlisch! Die Intensität und Erlebnistiefe unterscheidet sich bei jedem Mal und auch jede Person empfindet den Orgasmus ein wenig anders.

Der männliche Orgasmus geht dabei mit dem Samenerguss einher, der weibliche dagegen dient dazu, die Spermien noch besser aufzunehmen. Aber neben dem reinen Nutzen zur Fortpflanzung ist der Orgasmus auch ein Rauschzustand, der meistens das Ziel beim Geschlechtsverkehr und natürlich auch bei der Selbstbefriedigung ist.

Der Weg zum männlichen Orgasmus

Männer und Sex – da ist doch eigentlich alles klar? Keinesfalls! Auch, wenn es für viele Männer kein Problem ist, zum Höhepunkt zu kommen, so ist ein Blick auf die körperlichen Hintergründe zum Samenerguss doch ein spannender Weg, mehr über die eigene Lust zu lernen.

  1. In der Erregungsphase wächst die Lust und der Körper macht sich bereit für den Akt. Der Penis schwillt an und wird hart, die Haut rötet sich, die Muskeln spannen sich an und die ersten Lusttropfen erscheinen an der Eichel. Der Körper ist jetzt ganz auf Sex eingestellt!
  2. Die Plateauphase markiert die Schwelle zum männlichen Orgasmus. Die Lust ist auf ihrem Höhepunkt und jede Bewegung kann den Mann jetzt zum Explodieren bringen.
  3. Der Orgasmus selbst geht meistens mit dem Samenerguss einher. Hunderttausende Spermien schießen aus dem Penis, die Muskeln ziehen sich zusammen und das himmlische Gefühl des Höhepunkts stellt sich ein. Jeder Orgasmus ist anders! Manchmal dauert er nur wenige Millisekunden, manchmal bis zu 8 Sekunden.
  4. In der Rückbildungsphase sind die meisten Männer nicht mehr für sexuelle Erregung empfindlich und der Körper entspannt sich wieder.

Der Weg zum weiblichen Orgasmus

Der Weg zum Orgasmus ist für viele Frauen ein wenig komplizierter als für Männer. Grundsätzlich ist der Ablauf der verschiedenen Phasen derselbe. Allerdings verläuft die gesamte Erregungskurve etwas langsamer als beim Mann – und das sorgt dafür, dass Frauen in der Regel etwas länger brauchen, um zum Höhepunkt zu kommen.

  1. In der Erregungsphase wird der gesamte Körper der Frau in Spannung versetzt. Die Stimulation erogener Zonen spielt dabei eine besonders große Rolle: Brustwarzen, äußere Schamlippen und natürlich die Klitoris bauen die Erregung besonders effektiv auf.
  2. Die Plateauphase ist bei der Frau erheblich länger als beim Mann. Sie ist die Grenze zum Orgasmus, bei der die Erregung auf dem Höchststand bleibt und schließlich im Orgasmus gipfelt. Während dieser Phase schwillt die Vagina an und kann so den Penis besser umschließen und festhalten.
  3. Der Orgasmus selbst sorgt dafür, dass sich die Muskeln unkontrolliert anspannen und ruckartig zusammenziehen. Der Klimax der Lust schenkt besonders intensive Gefühle.
  4. Die Rückbildungsphase ist bei der Frau gleichzeitig auch der Ansatzpunkt für einen neuen Orgasmus, weil sie im Gegensatz zur Abschlussphase beim Mann weniger abrupt die Erregung unterbricht.

Orgasmus

Anal, Vaginal, Klitoral – was ist dran an den verschiedenen Orgasmustypen?

Während Männer in der Regel durch die Stimulation am Penis zum Orgasmus kommen, gibt es bei Frauen verschiedene Wege, den Höhepunkt zu erreichen. Die beiden Hauptvarianten sind der vaginale Orgasmus und der klitorale Orgasmus. Während Ersterer in der Vagina ausgelöst werden soll, ist beim klitoralen Orgasmus der Kitzler der Hauptakteur.

Neuere Studien beweisen allerdings, dass die Unterscheidung wenig Sinn macht. Denn Frauen kommen immer dann zum Orgasmus, wenn sie besonders erregt werden – unabhängig davon, wo genau das passiert. Kitzler, G-Punkt und Vagina sind in einem Netzwerk von Nerven miteinander verbunden und schenken genau dieselbe Art der Lust.

Wie jemand zum Orgasmus kommt, ist vollkommen variabel und unterscheidet sich von Person zu Person. Es gibt unzählige Wege, Lust zu spüren und damit zum Höhepunkt zu kommen. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Vaginaler Geschlechtsverkehr
  • Oralsex
  • Selbstbefriedigung
  • Analverkehr
  • Manuelle Stimulation beim Sex
  • Fisting
  • Liebkosen der Brustwarzen

Multiple Orgasmen – Kommen ohne Ende?

Der multiple Orgasmus ist für viele Frauen ein wahrer Traum. Im wahrsten Sinne des Wortes – denn nur wenigen Frauen gelingt es spielend leicht, mehrmals hintereinander zum Höhepunkt zu kommen. Alle anderen brauchen dafür viel Übung. Da bei der Frau die Erregung direkt nach dem Orgasmus nicht sofort abflaut, kann man das Feuer der Leidenschaft noch ein wenig erhalten und so für einen multiplen Orgasmus sorgen. Dafür hört man nach dem ersten Höhepunkt einfach nicht auf mit der zärtlichen und sanften Liebkosung, um die Erregung auf einem hohen Level zu erhalten. Allerdings gibt es keine Garantie, dass die Frau dadurch wirklich einen multiplen Orgasmus erlebt.

Viele Leute fragen sich: Können auch Männer multiple Orgasmen haben? Meistens leider nicht. Es gibt durchaus Männer, die mehrfach hintereinander zum Höhepunkt kommen können. Man kann diese Fähigkeit mit bestimmten Entspannungsübungen sogar trainieren. Oftmals funktioniert das nicht gezielt, sondern eher “aus Versehen”. Allerdings kann man(n) dann nicht bei jedem Höhepunkt einen Samenerguss erwarten.

Die häufigsten Fragen zum Höhepunkt

Muss man beim Sex zusammen zum Orgasmus kommen?

Es ist eine romantische Vorstellung: Gleichzeitig den Höhepunkt erleben und gemeinsam mit dem Partner den Gipfel der Lust erklimmen. In der Realität funktioniert das allerdings relativ selten – zum einen, weil Mann und Frau unterschiedliche Erregungskurven haben, zum anderen, weil man den Orgasmus nur selten selbst wirklich steuern kann. Wenn es klappen soll, gilt die Devise: Ladys first! Wenn die Frau kurz vor dem Orgasmus steht, kann der andere Partner nachkommen – im Wortsinn!

Kann man als Frau die Orgasmusfähigkeit trainieren?

Eindeutig ja! Mit gezielten Beckenbodenübungen kann das eigene Lustempfinden gesteigert werden. Dazu im Alltag so oft wie möglich den Beckenboden anspannen – so, als würde man beim Toilettengang den Urinstrahl unterbrechen wollen. Weitere Übungen, die den Sex noch intensiver machen, sind das Anspannen des Pos und Übungen zur Stärkung der Muskeln im Unterleib.

Was hat der G-Punkt mit dem Orgasmus zu tun?

Der sogenannte G-Punkt (oder auch Gräfenberg-Zone) ist eine besonders empfindliche Stelle in der Vagina. Bei manchen Frauen ist die Struktur der Innenwand hier etwas anders und besonders empfänglich für Berührungen. Aber ob es diesen Punkt wirklich gibt und ob er beim Orgasmus eine große Rolle spielt, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

Gibt es für Männer eine Möglichkeit, noch besser zum Orgasmus zu kommen?

Der sogenannte “Big Draw” ist für Männer eine Möglichkeit, intensivere Orgasmen zu erleben. Diese Technik stammt aus dem Tantra und soll besonders lustvolle Höhepunkte schenken. Dazu bringt sich der Mann immer wieder an den Rand des Orgasmus – nur um so kurz davor wie möglich eine Pause einzulegen und die Erregung wieder sinken zu lassen. Dieses sinnliche Spiel kann Stunden dauern und gipfelt in einem wahrhaft bombastischen Erlebnis.

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About Author

Carolin Kresse

Weibliche Lust ist für sie das wichtigste Thema ihrer Arbeit. Eine erfüllende Partnerschaft macht das Leben einfach schöner - und dazu gehören eine offene, liebevolle Kommunikation, viel Mühe auf beiden Seiten und ein befreiter Umgang mit der eigenen Sexualität.

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